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Buddhismus, Überirdische Mächte
Buddha leugnete nicht ausdrücklich die Existenz von Göttern,
räumt ihnen aber auch keine große Rolle ein, da sie sich in
gleicher Lage wie alle Lebewesen befinden: Sie gehen ebenfalls den Weg
des Todes und der Wiedergeburt in eine möglicherweise niedrigere
Daseinsform.
Es gibt nach Buddhas Auffassung keine Götter als Schöpfer des
Universums, und keine Macht der Götter über ein menschliches
Schicksal. Zur Erleuchtung kann nur der Mensch finden. Die Götter
vergessen infolge ihres angenehmen Seins-Zustandes die Notwendigkeit zur
Erlösung. Daher ist die Welt der Menschen vorzuziehen.
Dennoch akzeptiert der Buddhismus, das Dasein zahlloser Götter, die
vergänglich karmisch sind (Brahma, Indra). Sie werden im späten
Buddhismus verehrt, um irdisches Gut zu erlangen, haben aber auf Welt-
und Heilsgeschehen keinen Einfluss.
Im Mahayana und Vadschrayana erfolgt eine stärkere Anpassung an hinduistische
Bräuche. Den Göttern wird eine größere Bedeutung
geschenkt und ein besonderer Kult gewidmet.
Für den späten Buddhismus ist eine große Anzahl weiblicher
Gottheiten (z.B. Tara) als Gefährtinen von Buddhas und Bodhisattvas
charakteristisch.
Im kleinen Fahrzeug ist Gautama Buddha Gegenstand aller Verehrung. Auch
seine Vorläufer und die in Zukunft erwarteten neuen Welterleuchter
werden gefeiert.
Im Mahayana hat sich die Zahl der Biddhas und Götter sehr vermehrt.
Einzelne Buddhas, wie Amitabha (unendlichen Glanz habend) und Varotschana
(sonnengleich) haben bei manchen Schulen Shakyamuni in den Hintergrund
gedrängt.
Neben der ursprünglichen Auffassung, daß sich ein Buddha im
Verlauf vieler Existenzen empor gearbeitet hat und nach Verlauf unendlicher
Zeiträume erlöschen wird, besteht hier die Ansicht, daß
auch ins Nirwana eingegangene Buddhas noch zum Wohl der Welt beitragen
können.
Im Diamantfahrzeug haben die Buddhas theistische Formen angenommen und
sind zu Göttern geworden.
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