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Wolff Julius
Bei Wocken und Krug
Sie saß am Wocken* und spann.
Er saß beim Krug und sann.
Er stumm und sie verschwiegen.
Die Sonne schien herein,
Schien auf den Krug und den Lein,
Im Zimmer summten die Fliegen.
"Nun ist der Frühling da",
Sagt' er, sie sagte "Ja!"
Er trank und setzte nieder.
"Deß sind wir beide wohl froh",
Sagt' er, sie sagte "Wieso?"
Und knüpfte den Faden wieder.
"Willst einen Gefallen mir tun?"
Sagt' er, sie sagte "Je nun!"
Die Spindel verworren schwebte.
"Wenn'st willst, was ich denk', so geschicht's",
Sagt' er, sie sagte — nichts,
Aber sie glüht' und bebte.
Er küßte sie rasch auf den Mund,
Sie umschlang ihn mit Armen rund,
Und beide waren erschrocken.
Geredet war ja genug,
Sie hatten sich, — und der Krug
Der schielte hinüber zum Wocken.
* Spinngerät
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