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Ventadorn Bernart von
Lerchenlied
Can vei la lauzeta mover
de joi sas alas contral rai,
que s'oblid'e.s laissa chazer
per la doussor c'al cor li vai,
ai! tan grans enveya m'en ve
de cui qu'eu veya jauzion,
meravilhas ai, car desse
lo cor de dezirer no.m fon.
Ai, las! tan cuidava saber
d'amor, e tan petit en sai!
car eu d'amar no.m posc tener
celeis don ja pro non aurai.
Tout m'a mo cor, e tout m'a me,
e se mezeis e tot lo mon;
e can se.m tolc, no.m laisset re
mas dezirer e cor volon.
Anc non agui de me poder
ni no fui meus de l'or'en sai
que.m laisset en sos olhs vezer
en un miralh que mout me plai.
Miralhs, pus me mirei en te,
m'an mort li sospir de preon,
c'aissi.m perdei com perdet se
lo bels Narcisus en la fon.
De las domnas me dezesper;
ja mais en lor no.m fiarai;
c'aissi com las solh chaptener,
enaissi las deschaptenrai,
Pois vei c'una pro no m'en te
vas leis que.m destrui e.m cofon,
totas las dopt'e las mescre,
car be sai c'atretals se son.
D'aisso.s fa be femna parer
ma domna, per qu'e.lh o retrai,
car no vol so c'om deu voler,
e so c'om li deveda, fai.
Chazutz sui en mala merce,
et ai be faih co.l fols en pon;
e no sai per que m'esdeve,
mas car trop puyei contra mon.
Merces es perduda, per ver
- et eu non o saubi anc mai -,
car cilh qui plus en degr'aver,
no.n a ges, et on la querrai?
A! can mal sembla, qui la ve,
qued aquest chaitiu deziron
que ja ses leis non aura be,
laisse morir, que no l'aon!
Pus ab midons no.m pot valer
precs ni merces ni.l dreihz qu'eu ai,
ni a leis no ven a plazer
qu'eu l'am, ja mais no.lh o dirai.
Aissi.m part de leis e.m recre;
mort m'a, e per mort li respon,
e vau m'en, pus ilh no.m rete,
chaitius, en issilh, no sai on.
Tristans, ges no.n auretz de me,
qu'eu m'en vau, chaitius, no sai on.
De chantar me gic e.m recre,
e de joi e d'amor m'escon.
Neuhochdeutsch:
Wenn ich die Lerche ihre Flügel vor Freude gegen
den Strahl (der Sonne)
bewegen sehe, / daß sie das Bewußtsein verliert
und sich wegen der Süße, die ihr ans Herz geht, fallen läßt, / ach!
erwächst mir daraus ein so großer Neid / auf wen ich auch immer
freudig sehe, / ich bin erstaunt, daß das Herz mir nicht vor
Sehnsucht sofort schmilzt.
Ach weh! So viel glaubte ich über die Liebe zu wissen und
so wenig weiß
ich über sie! / Denn ich kann mich nicht davon abhalten,
diejenige zu lieben, von der ich niemals eine Gunst haben werde.
/ Sie hat mir mein Herz weggenommen und mich mir weggenommen / und
sich selbst und die ganze Welt; / und als sie sich mir wegnahm, ließ sie
mir nichts / als Sehnsucht und ein begehrendes Herz.
Niemals hatte ich Macht über mich, / noch war
ich der meine von
der Stunde an, / da sie mich in ihren Augen in einen
Spiegel sehen ließ, der mir sehr gefällt. / Spiegel, seit ich mich in
dir
spiegelte, / haben mich die Seufzer von tief innen getötet, / denn ich
richtete mich zugrunde wie der schöne Narziß sich in der Quelle zugrunde
richtete.
An den Damen verzweifle ich; / niemals mehr werde ich in
sie Vertrauen
setzen; / denn so wie ich sie zu verteidigen pflege, / so werde ich sie
im Stich lassen. / Da ich sehe, daß nicht eine einzige mir in dieser
Sache nützt, / derjenigen gegenüber, die mich zerstört
und vernichtet, / fürchte ich sie alle und mißtraue ihnen, / denn wohl
weiß
ich, daß sie alle gleich sind.
Meine Dame gibt sich in dieser Beziehung wohl den Anschein
einer Frau
, weshalb ich ihr das vorwerfe, / denn sie will nicht, was man wollen
muß, /
und das was man ihr verbietet, tut sie. / Ich bin in Ungnade gefallen
/
und habe wirklich gehandelt wie der Tor auf der Brücke; / und ich weiß
nicht,
warum mir geschieht, / außer da ich zu sehr hinauf stieg.
In Wahrheit, die Gnade ist verloren, / und ich wußte es
bisher durchaus
nicht, / denn diejenige, die davon am meisten haben sollte, /
hat überhaupt nichts davon, und wo soll ich sie suchen? /
Ah! wie schlecht scheint es dem, der sie sieht, / daß
sie diesen sehnsüchtigen Unglücklichen, der niemals ohne sie Gutes
haben wird, sterben läßt, ohne daß sie ihm hilft.
Da mir nicht Werbung und nicht Gnade und nicht das Recht,
das ich habe,
bei meiner Dame von Wert sein kann / und es ihr nicht angenehm ist /
daß ich sie liebe, werde ich es ihr niemals mehr sagen. /
So trenne ich mich von ihr und sage mich los; / sie hat mich getötet,
und als Toter antworte ich ihr, / und ich gehe, da sie mich nicht ) behält,
/
unglücklich fort ins Exil, ich weiß nicht wohin.
Tristan, Ihr werdet von mir nichts mehr erhalten, /
denn ich gehe, unglücklich, fort, ich weiß nicht wohin. /
Vom Singen lasse ich ab und sage ich mich los, /
und vor der Freude und der Liebe weiche ich aus.
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