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Matthisson Friedrich von

Der Geistertanz

Die bretterne Kammer
der Toten erbebt,
wenn zwölfmal der Hammer
die Mitternacht hebt.

Rasch tanzen um Gräber
und morsches Gebein
wir luftigen Schweber
den sausenden Reih'n.

Was winseln die Hunde
beim schlafenden Herrn?
Sie wittern die Runde
der Geister von fern.

Die Raben entflattern
der wüsten Abtei
und fliehn an den Gattern
des Kirchhofs vorbei.

Wir gaukeln, wir scherzen
hinab und empor,
gleich irrenden Kerzen
im dunstigen Moor.

O Herz! dessen Zauber
zur Marter uns ward,
du ruhst nun, in tauber
Verdumpfung, erstarrt.

Tief bargst du im düstern
Gemach unser Weh;
wir Glücklichen flüstern
dir fröhlich: Ade!