|
|
Hafis
Gott hat deiner Augenbrauen
Schöne Formen gebunden
Er hat meines Lebens Freude
An dein Lächeln gebunden
Er hat mich und die Cypresse
In die Erde gesenket,
Seit er den Narcißenstiel nach
Deinem Wuchse gebunden.
Hundert Herzensrosen werden
Durch den Ostwind eröfnet,
Die durch Sehnsucht verbunden.
Deine Banden trag ich, und der
Himmel ist es zufrieden,
Doch umsonst! der Faden ist an
Deinen Willen gebunden.
O zerdrück mein armes Herz nicht,
Wie den Beutel des Moschus,
Denn es ist mit deinen Locken
Kraft Verträgen gebunden.
Ach du schenkest auch andern Leben,
Zarter Hauch des Genusses,
Sieh den Irrthum, sieh ich glaubte
Mich an Treue gebunden.
Deiner Strenge müde sprach ich:
Aus der Stadt will ich fliehen,
Flieh Hafis, so sprachst du lächelnd,
Flieh, dein Fuß ist gebunden.
|