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Hafis (Mohammed
Schams ed-Din) 1326 - 1390 "Die Gedichte Hafisens enthalten viele ausgemachte und unumstößliche Wahrheiten, aber hie und da finden sich auch Kleinigkeiten, die wirklich außer den Grenzen des Gesetzes liegen. Das sicherste ist, diese Verse wohl voneinander zu unterscheiden, Schlangengift nicht für Theriak anzunehmen, sich nur der reinen Wollust guter Handlungen zu überlassen, und vor jener, welche ewige Pein nach sich zieht, zu verwahren. Dies schrieb der arme Ebusuud, dem Gott seine Sünden verzeihen wolle." (Aus der Vorrede zum "Diwan" des Hafis in der Übersetzung von Josef von Hammer-Purgstall, erste deutsche Gesamtausgabe 1812/1813.) Hafis'
Diwan (übersetzt
1812/13) enthält über 500 Gedichte, von denen die meisten in
der Form von Ghaselen geschrieben sind, einer traditionellen persischen
Gedichtform, die er zur Vollkommenheit führte. Jede Ghasel ist einem
anderen Thema gewidmet und besteht aus bis zu 15 Reimpaaren, die in je
zwei Halbverse zerfallen. Hafis' Sprache ist einfach, lyrisch und innig.
Aus seinem Werk spricht die Liebe zu den gewöhnlichen Menschen und
die Sehnsucht des Menschen nach der Ewigkeit, die er in Beziehung zum
Alltäglichen setzt.Goethes West-östlicher Divan" (1819)
wurde wesentlich von der Dichtung Hafis' inspiriert. Offenbar Geheimnis: Sie haben dich, heiliger
Hafis, Mystisch
heißt
Du ihnen, Du aber bist mystisch
rein, Johann Wolfgang von
Goethe |