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Euripides 485 - 406 vuZ
Lebensdaten
Geboren um 485 vuZ auf Salamis, gestorben um 406 vuZ.
Er gehörte der gehobenen Gesellschaftsschicht Athens an.
Über das Leben des Dichters ist so gut wie nichts
bekannt. Euripides war ein Einzelgänger. Seine Mitbürger deuten
dies als Geringschätzung und verhehlen nicht ihre Antipathie. Er
ist in Athen unbeliebt und verlässt die Stadt um 408 vuZ. Am Königshof
von Mazedonien findet er Zuflucht und Verständnis. Nach seinem Tod
erfährt er eine ernorme Zuwendung in seinem Land. Sophokles, der
oft seinen Schabernack mit ihm trieb trauerte um ihn.
Bei Euripides entstehen die dramatischen Konflikte aus den Leidenschaften
und Handlungen der Figuren selbst, unabhängig vom Schicksal, Euripides
führte die Gestalt des Gottes, der am Schluß zur Lösung
der Probleme beiträgt (=Deus ex Machina) ein. Zu seinen Themen gehören
unter anderen: Kritik an der untergeordneten Position der Frau in der
athenischen Gesellschaft, an der ungerechten Behandlung außerehelicher
Kinder und an der Glorifizierung des Krieges. Euripides bleibt sein ganzes
Leben ein neugieriger und wacher Geist, der für alle Ideenströmungen
offen ist. Im Gegensatz zu Sophokles nimmt Euripides nicht aktiv an der
Politik teil, er lässt aber politische Anspielungen in seine Stücke
einfließen.
Euripides war nicht so berühmt und erfolgreich wie Aischylos und
Sophokles aber er wirkte stark auf die Dichter kommender Epochen, vor
allem das hellenistische, das römische und das klassizistische französische
Drama.
Die römischen Tragiker, die Christen, die italienischen Tragiker
des 16. Jahrhunderts, Racine, aber auch Lessing, Schiller und Goethe werden
von ihm beeinflußt und bewundern ihn. Die Romantiker und schließlich
Nietzsche handeln ihm den schlechten Ruf eines intellektuellen Dichters
und Anti-Tragikers, eines Totengräbers der Tragödie ein, der
ihm bis heute nachgeht. Seine Stücke spiegeln alle einen Teil seiner
Persönlichkeit und seiner als gefährlich und gewagt geltenden
Standpunkte gegenüber verschiedenen Fragen seiner Zeit wider.
Er schrieb zwischen 80 und 90 Dramen, 17 Tragödien sind erhalten:
"Alkestis", "Medea", "Die Herakliden", "Andromache",
"Hippolytos", "Hekabe", "Die Schutzflehenden",
"Elektra", "Helena", "Iphigenie bei den Taurern",
"Ion", "Die Phönikerinnen", "Orest",
"Iphigenie in Aulis", "Die Bakchen" u.a.
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