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Celander

Man will die mannsüchtige Talestris im Bette sehen

um 1700

Neugierig bin ich nicht, doch dieses möchte ich
Von Hertzen gerne sehn, wie die Talestris
sich In ihrem Bette stellt, wenn ihr die Lüste kommen,
Und ein verborgen Feur das Hertze eingenommen;

Ich glaube, ihr Gesicht wird dann mit Rosen blüh'n,
Die Lippen werden sich mit Scharlach überzie'hn.
Der zarte Busen wird steiff in die Höhe schwellen,
Und so ein Schwaanen-Bett der süssen Lust vorstellen.

Die angenehme Schooß wird denn voll Feuer seyn
Indem daselbsten zieht Cupido aus und ein.
Die Flammen werden da als wie ein Hecla brennen,
Daran ein lüstern Sinn sich wird erwärmen können.

In diesen Stande wollt ich wohl Talestris sehn,
Ich wett, sie ist alsdann noch tausendmahl so schön,
Als wie sie sonsten ist, wenn sich die Lilje leget
Um ihre schöne Wang und Silber-Früchte träget.

Doch wozu dient der Wunsch? da es doch nicht geschieht,
Talestris sehe ich in ihrem Bette nicht,
Wer in den schönen Port sein Liebes-Schiff will lencken,
Der muß zum Ancker-Gold viel Louis d'Oren schencken.