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Grundfunktionen Kamera
Blende, Zeit
Jede Kamera ist ausgerüstet mit einer Blende, einer Lichteinlaßöffnung,
die während des fotografierens kurzzeitig geöffnet wird. Danach ist sie
wieder geschlossen, um eine Schwärzung des Filmes zu verhindern. Die Blende
übernimmt die Funktion der Pupille des menschlichen Auges, sie regelt
den Lichteinfall. Die Blendenöffnung kann Werte zwischen 1,2 und 64 annehmen
(abhängig vom Kamratyp)
Eine kleinere Blendenzahl (z.B. 1,8) bedeutet eine weit offene, große
Blendenöffnung (mehr Lichteinfall), eine größere Blendenzahl (z.B. 32)
eine kleinere Blendenöffnung (weniger Lichteinfall).
Außerdem verfügt die Kamera über ein Zeiteinstellglied, das Einstellungen
von Dauerbelichtung bis sehr kurzzeitiger Belichtung (z.B. 1/2000) ermöglicht.
Jeder Film kann nur eine bestimmte verhältnismäßig geringe Menge Licht
vertragen. Die Lichtmenge soll den Film nicht völlig schwärzen sondern
nur das vom Motiv reflektierte Licht wiedergeben. Wie wird dies erreicht?
Entweder durch lange Verschlusszeit und Kleine Blendenöffnung oder umgekehrt.
Wobei sich die Kombination je nach Intensität des Lichts nach verschiebt
Die Automatik ihrer Kamera mißt das einfallende Licht und stellt je nach
Helligkeitswert eine geeignete Zeit-/Blendenkombination ein. Einige Beispiele
nachstehend:
Mittleres Tageslicht:
Zeit Blende
1/125 8
Ebenso mögliche Kombinationen:
1/250 5,6
1/500 4
1/1000 2,8
1/60 11
1/30 16
Helles Licht würde entsprechende Zeit-Blenden-Kombinationen mit geringerem
Lichteinlass bewirken. Bei doppelt so hellem Licht z.B. würde entweder
die Verschlußzeit halbiert oder die Blendenzahl verdoppelt. Auf diese
Weise wird schwächeres und stärkeres Licht für den ja immer gleichbleibenden
Film verträglich gemacht.
Kurz angemerkt soll sein, daß eine längere Verschlußzeit natürlich Verwackelungsgefahr
bedeutet; eine größere Blendenöffnung einen Verlust an Tiefenschärfe zur
Folge hat und umgekehrt. Die Veränderung der Verschlusszeiten und Blendenwerte
werden gezielt in der kreativen Fotografie einsetzen. So kann zum Beispiel
eine offenere Blende mit ihrem Verlust an Tiefenschärfe auch der Hervorhebung
des Hauptmotivs vor einem unruhigen Hintergrund dienen. Eine längere Verschlusszeit
kann dazu benutzt werden, daß sich bewegende Dinge (z.B. Wasser, vorbeifahrende
Autos) als dynamische Wischer darstellen und so die Bewegung demonstrieren.
Bedenken Sie bitte, daß die Anpassungsleistung Ihres Auges Sie im Halbdunkel
oder bei großer Helligkeit noch feine Details unterscheiden läßt. Herkömmlicher
Film- und Digitalkameras haben hierbei Schwierigkeiten. Alle Belichtungsmessungen
sind auf ein mittleres, neutrales Grau eingestellt, d.s. 18 % des einfallenden
Lichts. Das wird jedoch problematisch bei sehr hellen oder sehr dunklen
Motiven (weisse Katze im Schnee, Kaminfeger auf dunklem Hintergrund).
Da das Auge Helligkeitsunterschiede automatisch durch Verändern der Pupille
ausgleicht, liefert es übrigens keine objektiven Helligkeitswerte mehr.
Es kommt zu Fehleinschätzungen. Beim Film sind solche Fehleinschätzungen
nicht tragbar. Helligkeitsschwankungen müssen durch die richtige Belichtung
ausgeglichen werden.
Meßmethoden der Kamera
Die meisten Spiegelreflex-Kameras verfügen heute über umschaltbare
Messmethoden. In der Regel mißt der Apparat zur Festlegung der richtigen
Lichtmenge mehrere, durch das Objektiv erfasste Felder aus (Mehrfeldmessung).
Daraus errechnet er einen sinnvollen durchschnittlichen Belichtungswert,
den die Automatik in eine Zeit-/Blendenkombination umsetzt.
Die Kamera verfügt in der Regel auch über andere Meßmethoden, z.B. eine
mittenbetonte Integralmessung, welche die Lichtwerte der Bildmitte mehr
in die Berechnung der Zeit-/Blendenkombination eingehen läßt.
Als Selektivmessung (nahezu Spotmessung) bezeichnet man schliesslich die
Auswertung eines ca. Messfeldes von ca 10% des Gesamtbildes.
Die Messmethode erlaubt es, Spitzlichter stärker in die Berechnung mit
einzubeziehen.
Die gemessenen Werte können in der Regel um 2 Blenden nach oben oder unten
korrigiert werden.
Wenn Sie Ihre Kamera kreativ nutzen wollen, werden Sie sich früher oder
später von Programmen und Automatikeinstellungen befreien, die vorhandenen
Handeinstellmöglichkeiten erforschen und nutzen und so Fotos Ihres Geschmacks
hinsichtlich Belichtung, Bewegungsdynamik und Tiefenschärfe erzielen.
Zeit- Blenden-Kombinationen mit Automatik
und Halbautomatik
Vorab: Automatiken erleichtern unser Leben sehr, aber sie nehmen uns
auch das Handeln aus der Hand und/oder diktieren uns, wie wir zu reagieren
haben
Da Sie über Ihre kameraspezifische
Automatik in Ihrer Kamera-Gebrauchsanleitung in der Regel genug Angaben
finden, beschränke ich mich auf die Grundzüge:
Programm-Automatik als Vollautomatik bewirkt, das die gemessenen
Lichtwerte in etwa gleichem Masse in die Belichtung eingehen.
Verfügt ihre Kamera über andere Automatiken werden die Durchschnittswerte
variert. Sportautomatik verkürzt die Verschlusszeit zu Lasten der Blende,
da von raschen Bewegungsabläufen ausgegangen wird. Landschaftsautomatik
verlängert die Verschlusszeit und blendet ab, um durchgehende Schärfe
zu erreichen. Porträtautomatik blendet auf und verkürzt die Verschlusszeit
(Verwackelungsgefahr durch bewegungen ihres “Opfers”). In einer Makrobereichsautomati
wird ebenfalls stark abgebkendet um eine höhere Tiefenschärfe zu erreichen.
Es ist leicht zuerkennen, dass diese Einstellungen nicht immer sinnvoll
sind. Bewegen sich z.B. Pflanzen im Wind etwas, so garantiert die
Makroautomatik a-priori Unschärfe. Setzen sie daher diesen Automatikteil
immer nur bewusst und sinnvoll ein und lesen sie in Ihrer Gebrauchsanweisung
nach, welche Auswirkungen die einezelnen Automatiken haben. Übrigens funktioniert
das Aufhellblitzgerät auf Ihrer Kamera möglicherweise nur bei Vorwahl
einer Automatik.
Etwas anders ist die Halbautomatik beschaffen. Sie finden dort
eine Zeitautomatik (TV) und eine Blendenautomatik (AV). Zeitautomatik
bedeutet, dass sie eine Zeit voreinstellen und die Kamera dann die dazu
passende Blende errechnet. Eine gute Möglichkeit bei bewegten Motiven
(zB fliessendes Wasser) zu bestimmen ob sie eine eingefrorene Darstellung
oder den Bewegungswischer auf dem Bild haben wollen. Blendenautomatik
dagegen bedeutet dass sie eine Blende vorwählen und die Kamera die Zeit
hierzu errechnet. Das ist häufig noch wichtiger, um die Tiefenschärfe
(auch Schärfentiefe genannt) richtig zu dosieren. Nehmen Sie an sie hätten
einen empfindlichen Film eingelegt und es herrsche helles Licht. Unter
diesen Verhältnissen wollen sie ein Porträt machen ohne den störenden
Hintergrund im Bild später auf dem Foto zu sehen. Da wird manuell aufgeblendet
und alles andere der Zeitregelung überlassen.
Natürlich gibt es eine Grenze dort, wo die höchste Verschlusszeit Ihrer
Kamera erreicht ist.
Die enbenfalls vorhandene Handeinstellung
werden sie nützen können, wenn sie Low oder High key-Aufnahmen haben
wollen, wie dies im Kapitel Motivbereiche noch behandelt wird:
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